Im
Vergleich zu einem Zelt ist ein Iglu relativ warm, sehr windstabil,
hell, geräumig, sowie erstaunlich trocken. Außer einer
Schneesäge und einer Schneeschaufel braucht man keine Werkzeuge
zum Iglubau. Mit ein wenig Übung steht ein solcher Schneepalast
in wenigen Stunden. Der nächste Winter kommt bestimmt! Probieren
Sie es einfach einmal aus.
Zum
Bau eines Iglus braucht man kompakten Schnee. Wenn man ohne Skier
oder Schneeschuhe auf der Schneedecke stehen kann, ist er genau
richtig. Ist der Schnee zu weich, lässt er sich verdichten.
Dazu ein Areal (mindestens 5x5 m) mit Schneeschuhen platttrampeln
und einige Stunden ruhen lassen. Die Kristallstruktur des Schnees
ändert sich dabei und er wird fest. Das funktioniert besonders
gut bei deutlichen Minusgraden (minus
zehn Grad). Häufig findet man in offenem Gelände Schnee,
der bereits vom Wind verfestigt wurde und damit bestens geeignet
ist.
Mit
einem Skistock oder einer Reepschnur wird ein mindestens zwei Meter
großer Kreis im Schnee markiert. Mit der Schneesäge schneidet
man möglichst große Blöcke aus dem Schnee. Ihre
Dicke sollte 20 Zentimeter nicht unterschreiten; die Breite etwa
einen halben Meter und die Höhe 30 bis 40 Zentimeter messen.
Die ersten Schneeblöcke werden leicht nach innen geneigt an
der Kreismarkierung aneinandergestellt, so dass sich benachbarte
Blöcke gegenseitig stützen. Dann über die ersten
4 Blöcke eine Rampe herausschneiden. Ab
der zweiten Reihe werden die Blöcke spiralförmig nach
oben verbaut. Das Bauprinzip des Iglus beruht darauf, dass sich
der gerade eingefügte Block am Nachbarblock und einem unteren
Block abstützen kann.
Mit
Skistock oder Seil immer wieder den Radius prüfen, damit eine
Halbkugel entsteht und nicht etwa ein Kegel. Ab der dritten Reihe
die Blöcke mit der Schneesäge möglichst exakt einpassen.
Diese Bauphase ist die schwierigste des gesammten Vorhabens. Mit
zunehmender Höhe kleinere Schneeblöcke verwenden, das
macht es etwas einfacher.Wenn das Ganze zu wackelig wird, kann man
einzelne Blöcke auch mal mit dem Skistock abstützen.
Der
letzte Block ist der krönende Abschluss des Bauwerks, und leicht
einzusetzten. Das Iglu ist bereits so stabil, dass es kaum noch
zusammenbrechen kann. Zuerst schneidet man das verbleibende, etwa
einen halben Meter messende Loch etwas elliptisch auf. Dann bereitet
man einen ebenfalls elliptischen Block vor, dessen Kanten leicht
keilförmig nach innen zulaufen. Mit der schmalen Seite wird
dieser Block dann von unten durch das Loch gehoben, um neunzig Grad
gedreht und wie ein Gullideckel aufgesetzt. Eventuell noch etwas
mit der Schneesäge einpassen, und das Iglu ist fast fertig.
Spätestens
jetzt, wenn man es nicht schon vorher gemacht hat, den Ausgang graben.
Dieser sollte möglichst tief liegen, damit später die
relativ warme Luft im Iglu bleibt und keine kalte Luft hineinfließen
kann. Von draußen werden noch die verbliebenen Ritzen mit
losem Schnee zugestopft. Im Eingangsbereich kann man mit Schneeblöcken
einen Windfang bauen, der in der Nacht mit weiteren Blöcken
abgedichtet wird. Ein kleines Loch und ein Abzug sollte zur Frischluftzufuhr
immer offen bleiben. Insbesondere wenn im Iglu gekocht wird, ist
die Gefahr einer Kohlenmonoxid Vergiftung nicht zu unterschätzen!
Alleine
durch die warme Atemluft "erwärmt" sich das Innere
rasch. Morgens
zeigte das Thermometer draußen minus 35 Grad Celsius. Im Iglu
war es mit minus 20 Grad deutlich wärmer. Während der
Nacht nimmt der Schnee die Feuchtigkeit der Atemluft auf, das Iglu
setzt sich etwas und die Schneekristalle backen weiter zusammen.
Spätestens nach der ersten kalten Nacht ist das Iglu so stabil,
dass man ihm bedenkenlos aufs Dach steigen kann!
Im Winter 2009 haben wir einen Lehrfilm gedreht übers Iglu-,
Quinzhee- und Schneetunnelbauen. Der Film kann bei uns als DVD bezogen
werden. Hier ein kurzer Videotrailer:
Pal 16:9 - Spieldauer 33 min - Sprache: Deutsch
Der
Film kann bei uns einfach per Email
bestellt werden. Preis
11,80€ Mehr
Infos zum Film im Shop